Warum die Beilage über das Grillfest entscheidet
Beim Grillen denken die meisten zuerst an Steaks, Bratwürste und Nackensteaks. Doch ehrlich: Das Fleisch ist schnell gegessen. Was ein gelungenes Grillfest ausmacht, sind die Beilagen drumherum – frisch, würzig und am besten schon am Vortag vorbereitet. Eine gute Beilage gleicht das Schwere des Gegrillten aus, bringt Farbe auf den Teller und sorgt dafür, dass auch vegetarische Gäste satt werden.
Drei Kategorien gehören auf jeden Grilltisch – ein kalter Salat, eine warme Beilage vom Rost und mindestens ein selbstgemachter Dip. Hier sind die Klassiker.
Die kalten Klassiker: Salate
Kartoffelsalat – der unangefochtene König
Keine Grillbeilage ist beliebter. Im Süden wird er mit Brühe, Essig und Öl angemacht, im Norden cremig mit Mayonnaise. Mein Favorit bleibt der schwäbische Kartoffelsalat – ohne Mayo, dafür mit warmer Brühe übergossen, sodass die Kartoffeln das Aroma aufsaugen. Wichtig: immer mindestens eine Stunde vorher anmachen, damit er durchziehen kann.
Nudel- und Krautsalat
Ein Nudelsalat sättigt und lässt sich in großen Mengen vorbereiten – perfekt, wenn viele Gäste kommen. Krautsalat (Coleslaw) bringt mit seiner Säure die nötige Frische gegen fettes Grillgut. Beide profitieren davon, über Nacht im Kühlschrank durchzuziehen.
Grüner Salat & Gurkensalat
Wenn es leicht sein soll: ein knackiger Blattsalat mit einfachem Essig-Öl-Dressing oder ein schneller Gurkensalat mit Dill. Beide sind in zehn Minuten fertig und der ideale frische Kontrapunkt zum deftigen Grillgut.
Tipp aus der Praxis:
Mache zwei Salate in großen Schüsseln am Vortag – so hast du am Grilltag den Rücken frei und kannst dich um Rost und Gäste kümmern.
Warme Beilagen direkt vom Rost
Grillgemüse
Zucchini, Paprika, Auberginen und Maiskolben gehören für mich auf jeden Grill. In etwas Olivenöl, Salz und Kräutern gewendet, bekommen sie in wenigen Minuten Röstaromen, die kein Backofen hinbekommt. Ein Spritzer Zitrone zum Schluss – fertig.
Folien- und Bratkartoffeln
Wer es deftiger mag, legt Kartoffeln in der Folie an den Rand der Glut oder brät sie auf dem Seitenbrenner. Meine knusprigen Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln sind auch beim Grillen ein Renner.
Grillbrot & Knoblauchbrot
Frisches Brot, mit Kräuterbutter bestrichen und kurz aufs Rost gelegt, ist die simpelste und zugleich beliebteste warme Beilage. Es saugt außerdem wunderbar die Säfte vom Grillgut auf.
Dips & Aufstriche – das i-Tüpfelchen
Selbstgemachte Dips heben jedes Grillfest auf ein anderes Niveau. Drei, die bei mir nie fehlen:
Kräuterbutter: In fünf Minuten gemacht und unschlagbar zu Fleisch, Brot und Maiskolben. Im Frühjahr wird daraus meine selbstgemachte Bärlauchbutter.
Obatzda: Der bayerische Obatzda aus reifem Camembert, Butter und Paprika passt nicht nur in den Biergarten, sondern auch als würziger Brotaufstrich an den Grilltisch.
Grüne Soße: Die Frankfurter Grüne Soße aus sieben Kräutern ist kalt serviert ein erfrischender Dip zu Gegrilltem und gekochten Eiern.
Wie viel Beilage pro Person?
Eine grobe Faustregel: Plane pro Gast etwa 150–200 g Salat und ein bis zwei warme Beilagen ein. Bei reinen Grillabenden mit viel Fleisch reichen kleinere Mengen; sind vegetarische Gäste dabei, ruhig großzügiger kalkulieren. Lieber eine Schüssel zu viel – Reste schmecken am nächsten Tag oft noch besser.
Was du am Vortag vorbereiten kannst
Am Vortag: Kartoffelsalat, Nudelsalat und Krautsalat profitieren vom Durchziehen über Nacht. Dips wie Kräuterbutter lassen sich ebenfalls einen Tag vorher zubereiten und kühl lagern.
Am Grilltag: Blattsalate erst kurz vor dem Servieren anmachen, damit sie knackig bleiben. Grillgemüse und Brot kommen frisch auf den Rost. So hast du beim Fest selbst kaum noch Arbeit und kannst entspannt mitfeiern.


