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Deutsche Küche seit 2018 Vol. 47 · Frühjahr 2026
50 Rezepte · 27 Geschichten Hauptredaktion: Maria Hoffmann
Hauptgerichte · Rheinland

Rheinischer Sauerbraten mit Rosinen.

★★★★★ 4.8 (51 Bewertungen)
Vorbereitung 30 Min
Kochzeit 120 Min
Gesamtzeit 150 Min
Portionen 4
Schwierigkeit Mittel
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Original Rheinischer Sauerbraten mit Rosinen Rezept zubereitet - Rheinischer Sauerbraten mit Rosinen, Original Rezept, deutsche Küche, kochen, selber machen
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Der Rheinische Sauerbraten ist berühmt für seine einzigartige süß-saure Soße. Früher oft aus Pferdefleisch zubereitet, wird heute meist Rindfleisch verwendet. Die Soße erhält ihre Bindung und typische Süße durch Rosinen, Apfelkraut und zerbröselte Aachener Printen oder Soßenlebkuchen.

Eine rheinische Spezialität

Sauerbraten ist für mich der Inbegriff von Gemütlichkeit. Die rheinische Variante hat durch die Kombination von säuerlicher Marinade und süßen Elementen in der Soße einen ganz besonderen Charakter.

Das Zusammenspiel von Rosinen, einem Löffel Apfelkraut und würzigen Printen in der Soße ist einfach unvergleichlich. Am besten schmeckt er aufgewärmt am zweiten Tag, zusammen mit Kartoffelklößen und einem fruchtigen Apfelrotkohl.

Warum du dieses Rezept lieben wirst

  • Unverwechselbarer süß-saurer Geschmack
  • Herrlich zartes Fleisch dank der langen Marinierzeit
  • Klassisches rheinisches Festtagsgericht
  • Die Soße mit Rosinen und Printen ist ein absolutes Gedicht

Allergene

⚠️ Weizen (Gluten) ⚠️ Ei ⚠️ Milch (Butter)

Bitte beachte die Informationen zu Allergenen und Unverträglichkeiten.

Küchengeräte

🍳 Große Pfanne 🫕 Großer Topf 🔪 Scharfes Messer 🍲 Bräter 🍶 Sieb (für die Beize) 🥣 Große Schüssel 🥄 Schöpfkelle

Zutaten

Für die Beize & das Fleisch

  • 1000 g Rinderbraten
  • 400 ml Rotweinessig
  • 400 ml Wasser
  • 1 Bund Suppengrün
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1 TL Senfkörner
  • 5 Nelken und Wacholderbeeren

Für die Soße

  • 2 EL Butterschmalz
  • 50 g Rosinen
  • 2 EL Apfelkraut
  • 3 Aachener Printen
  • Salz und Pfeffer

Für die Soße

  • 2 EL Butterschmalz
  • 50 g Rosinen
  • 2 EL Apfelkraut
  • 3 Aachener Printen
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung: So geht’s

Original Rheinischer Sauerbraten mit Rosinen Rezept zubereitet - Rheinischer Sauerbraten mit Rosinen, Original Rezept, deutsche Küche, kochen, selber machen
Marinieren

Rindfleisch in einer Mischung aus Essig, Wasser, Zwiebeln und Gewürzen (Lorbeer, Nelken, Pfeffer) einlegen. Für den echten Geschmack 3-5 Tage im Kühlschrank ziehen lassen.

Anbraten

Fleisch herausnehmen und gut abtrocknen. In einem Bräter rundherum kräftig anbraten. Das Gemüse aus der Marinade abtropfen und kurz mitrösten.

Schmoren

Mit der durchgesiebten Marinade und Rinderfonds ablöschen. Zugedeckt bei schwacher Hitze ca. 2,5 Stunden sanft schmoren.

Soße süßen

Fleisch herausnehmen. Soße passieren, Rosinen und zerbröselte Printen (oder Saucenlebkuchen) sowie Zuckerrübensirup (Rübenkraut) einrühren. Kurz aufkochen.

Rheinischer Sauerbraten

Vorbereitung 30 Min
Kochzeit 120 Min
Gesamt 150 Min
Portionen 4
Kalorien 680 kcal
Personen

Fleisch & Beize

  • 1000 g Rinderbraten
  • 250 ml Rotweinessig
  • 250 ml Wasser
  • 1 Bund Suppengrün & Zwiebel
  • 2 Lorbeerblätter & Nelken

Rheinische Soße

  • 50 g Rosinen
  • 2 EL Zuckerrübensirup
  • 3 Aachener Printen
  • 500 ml Rinderfond
  • Butterschmalz

Zubereitung

  1. Essig, Wasser, grob geschnittenes Suppengrün, geviertelte Zwiebeln und Gewürze aufkochen. Die Beize abkühlen lassen.
  2. Das Fleisch in die Beize legen und abgedeckt für 4-5 Tage im Kühlschrank marinieren, dabei täglich wenden.
  3. Fleisch aus der Beize nehmen und abtrocknen. Beize durch ein Sieb gießen, Flüssigkeit und Gemüse auffangen.
  4. Butterschmalz in einem Bräter erhitzen. Das Fleisch kräftig anbraten, dann das abgetropfte Gemüse kurz mitrösten.
  5. Etwa die Hälfte der Beize angießen und das Fleisch zugedeckt bei mittlerer Hitze für ca. 2 Stunden schmoren. Bei Bedarf mehr Flüssigkeit nachgießen.
  6. In der letzten halben Stunde die zerbröselten Printen, Rosinen und das Apfelkraut in die Soße geben. Fleisch herausnehmen, Soße abschmecken und anrichten.
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Tipps und Variationen

  • Lange marinieren: Mindestens 4, besser 5–7 Tage in der Beize – je länger, desto zarter und intensiver. Täglich wenden, damit das Fleisch rundum durchzieht.
  • Printen für die Soße: Zerbröselte Aachener Printen oder Lebkuchen binden und süßen die Soße auf die typisch rheinische Art. Inge, eine alte rheinische Köchin, schwor zusätzlich auf einen Extra-Löffel Apfelkraut.
  • Süß-sauer abschmecken: Schmeckt die Soße zu sauer, mit etwas mehr Apfelkraut oder Rübenkraut abrunden. Zu mild? Einen Schuss der Beize nachgeben. Sauerbraten lebt von der Balance aus süß und sauer.
  • Rosinen mitschmoren: Wer es fruchtiger mag, gibt die Rosinen schon 30 Minuten vor Ende dazu – sie quellen auf und geben der Soße eine natürliche Süße.
  • Am nächsten Tag: Sauerbraten schmeckt aufgewärmt fast besser, weil die Aromen weiter durchziehen. In der Soße langsam erwärmen, nicht kochen, damit das Fleisch zart bleibt.

Aufbewahrung und Aufwärmen

Im Kühlschrank: Sauerbraten hält sich in der Soße 3–4 Tage im Kühlschrank und schmeckt aufgewärmt sogar noch besser. Das Fleisch in der Soße langsam erwärmen, damit es zart bleibt.

Einfrieren: Sauerbraten lässt sich hervorragend einfrieren – am besten in Scheiben geschnitten und mit reichlich Soße bedeckt, so bleibt das Fleisch saftig. Bis zu 3 Monate haltbar, über Nacht im Kühlschrank auftauen.

Aufwärmen: Am besten im Topf in der Soße bei milder Hitze erwärmen, bis das Fleisch heiß ist. Die Mikrowelle geht schnell, trocknet den Braten aber leichter aus. Frische Klöße immer separat zubereiten.

Nährwertangaben
Nährstoff Pro Portion (ca. 4 Stück)
Energie520 kcal
Fett22 g
↳ davon gesättigte Fettsäuren9,5 g
Kohlenhydrate48 g
↳ davon Zucker2,8 g
Ballaststoffe3,2 g
Eiweiß28 g
Salz1,8 g
Geschichte & Tradition

Wie der süß-saure Klassiker zum Wahrzeichen wurde

Der Rheinische Sauerbraten ist eines der ikonischsten deutschen Gerichte – und seine Geschichte ist umrankt von Legenden. Die populärste besagt, Karl der Große (8. Jahrhundert) habe ihn als Möglichkeit erfunden, Pferdefleisch genießbarer zu machen, indem er es tagelang in Essig einlegte. Tatsächlich wurde der Sauerbraten im Rheinland bis weit ins 20. Jahrhundert oft aus Pferdefleisch zubereitet – heute fast ausschließlich aus Rind.

Was den rheinischen Sauerbraten von anderen regionalen Varianten unterscheidet, sind Rosinen und Lebkuchen in der Soße. Diese süßen Komponenten verleihen die berühmte süß-saure Tiefe. Die Rosinen sind nicht jedermanns Sache – jede rheinische Familie hat eine Meinung dazu. „Mit oder ohne?" ist im Rheinland eine ernste Frage.

Tagelange Marinierung in einem Sud aus Rotwein-Essig, Wurzelgemüse, Lorbeer, Nelken und Pfefferkörnern ist Pflicht. Mindestens 4 Tage, klassisch 7 Tage. Die lange Marinierzeit zerlegt das Bindegewebe vor und sorgt für die unverkennbare Aromatik. Heute ist der Rheinische Sauerbraten Sonntagsklassiker in jeder rheinischen Familie und Wirtshaus-Standard von Köln bis Bonn.

Maria Hoffmann

„Der rheinische Sauerbraten ist eine Geduldsprobe. Wer ihn nach 2 Tagen brät, der schmeckt nur die Säure. Erst nach 5-7 Tagen ist die Marinade voll im Fleisch und macht es magisch zart. Die Geduld lohnt sich jedes Mal."

Maria Hoffmann · Rheinische Küche · 18+ Jahre Sauerbraten-Erfahrung
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Die Wissenschaft

Warum Essig das Fleisch zart macht

Die Säure in Essig und Wein hat eine doppelte Funktion: 1) Sie denaturiert die Muskelproteine – das Eiweiß verändert seine Struktur und wird zarter. 2) Sie aktiviert natürliche Enzyme im Fleisch, die das Bindegewebe (Kollagen) langsam abbauen. Nach 4-7 Tagen Marinierung ist das Fleisch deutlich zarter als ohne Marinade. Wichtig: Die Säurekonzentration muss richtig sein – zu sauer (über pH 3) macht das Fleisch trocken, zu mild (über pH 5) bringt keinen Effekt. Klassisches Verhältnis: 1 Teil Essig + 2 Teile Wein + 2 Teile Wasser.

Was schiefgehen kann

Die 4 häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest

!

Das Fleisch ist zäh

Zu kurz mariniert (weniger als 4 Tage) oder zu hoch gebraten – Bindegewebe nicht abgebaut.

Lösung: Mindestens 4-5 Tage marinieren, dann bei 140 °C 2,5-3 Std schmoren.
!

Die Soße ist zu sauer

Zu viel Essig in Marinade oder zu wenig süße Komponenten in der Soße.

Lösung: Mehr Lebkuchen (60-80g pro Liter), Rosinen, eventuell Apfelmus oder Honig zur Soße geben.
!

Die Soße bindet nicht

Zu wenig Lebkuchen oder Stärke – Soße bleibt flüssig.

Lösung: Lebkuchen fein zerbröselt und in heißer Soße auflösen lassen, sonst Mehlschwitze.
!

Marinade ist trüb

Das ist normal – Fleischsaft mischt sich mit der Marinade.

Lösung: Marinade vor dem Schmoren durch Sieb gießen, dann für die Soße verwenden.
Pairing-Empfehlung

Was am besten dazu passt

🥔

Beilage

Kartoffelklöße · Rotkohl

Klassisch Kartoffelklöße und Apfel-Rotkohl. Die rheinische Sonntagstafel.

🍷

Wein

Roter Rheinländer · Spätburgunder

Ein trockener Spätburgunder oder Dornfelder aus der Region – passt zur dunklen Soße.

🍺

Bier

Kölsch · Altbier

In Köln Kölsch, in Düsseldorf Altbier – die ewige Rivalität, beides perfekt zum Sauerbraten.

Abwandlungen

Drei moderne Variationen

Der Rheinische Sauerbraten hat zwei klare Schulen: mit oder ohne Rosinen – ein Streitthema in jeder Familie.

Ohne Rosinen

Klassisch ohne

Manche Familien lehnen Rosinen ab – sie finden, die Süße kommt vom Lebkuchen genug. Klassische Variante in Aachen.

Mit Pferdefleisch

Historische Variante

Mit Pferdefleisch statt Rind – wie es traditionell war. Sehr selten heute, aber noch in einigen Schlachtereien erhältlich.

Schnellvariante

24h-Marinade

Mit Vacuum-Beutel und stärkerer Marinade kann man auf 24-48h verkürzen. Nicht klassisch, aber annehmbar.

🎭

Karneval- und Sonntagstradition

Klassisches Sonntags- und Festtagsessen in der rheinischen Küche. Besonders zur Karnevalszeit (Februar/März) und zu Weihnachten. Ganzjährig in rheinischen Wirtshäusern.

Maria Hoffmann

Maria Hoffmann

Köchin · Rheinische Küche · Schmoraromen-Expertin

Maria hat das Rezept von einer Kölner Wirtin gelernt und die optimale Marinierzeit experimentell ermittelt. Ihre Pro-Rosinen-Position ist umstritten, aber leidenschaftlich vertreten.

  • 18+ Jahre Rheinische Küche
  • Kölner Wirtin als Lehrmeisterin
  • 7-Tage-Marinade verifiziert
  • Mit-oder-ohne-Rosinen-Tests

Häufig gestellte Fragen zum Sauerbraten

Wie lange muss Sauerbraten marinieren?

Rheinischer Sauerbraten sollte mindestens 4 Tage, traditionell 5–7 Tage in der Beize marinieren. Je länger das Fleisch in der Essig-Wein-Marinade zieht, desto zarter wird es und desto intensiver der süß-saure Geschmack. Täglich wenden nicht vergessen.

Womit wird die Soße gebunden?

Die typisch rheinische Soße wird mit zerbröselten Aachener Printen oder Lebkuchen gebunden und gesüßt. Dazu kommen Rosinen und ein Löffel Apfel- oder Rübenkraut. Das gibt die charakteristische dunkle, süß-saure Soße.

Welche Beilagen passen zu Sauerbraten?

Klassisch serviert man rheinischen Sauerbraten mit Kartoffelklößen oder Knödeln und Apfelrotkohl. Die Klöße nehmen die reichhaltige Soße perfekt auf. Auch Salzkartoffeln oder Spätzle passen gut.

Welches Fleisch eignet sich für Sauerbraten?

Am besten eignet sich ein gut durchwachsenes Stück vom Rind, etwa aus der Schulter, der Keule oder die Rinderbrust. Diese Stücke werden durch das lange Marinieren und Schmoren besonders zart. Früher wurde im Rheinland traditionell Pferdefleisch verwendet.

Kann man Sauerbraten ohne Rosinen machen?

Ja. Die Rosinen sind typisch für die rheinische Variante, aber Geschmackssache. Lässt man sie weg, wird die Soße weniger süß – dann ruhig mit etwas mehr Apfelkraut oder einer Prise Zucker ausgleichen, damit die Süße-Säure-Balance stimmt.

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