Bayerischer Wurstsalat ist eine herzhafte Brotzeit: Die Brühwurst liefert reichlich Eiweiß, bringt aber auch Fett und Salz mit. Genuss in Maßen – und als leichtes Hauptgericht mit Brezn ideal portioniert.
Bayerischer Wurstsalat: fein geschnittene Lyoner mit roten Zwiebeln und Gewürzgurken, mariniert in einem würzigen Essig-Öl-Dressing. Die klassische bayerische Brotzeit – ganz ohne Mayonnaise, dafür mit ordentlich Biss.
Die Seele der bayerischen Brotzeit
Kaum ein Gericht steht so sehr für gemütliche Geselligkeit wie der Wurstsalat. Ob im Biergarten unter Kastanien oder als schnelles Vesper am Feierabend: In feine Streifen geschnittene Lyoner, knackige rote Zwiebeln und säuerliche Gewürzgurken, großzügig mit einem klaren Essig-Öl-Dressing übergossen – mehr braucht es nicht. Das Beste daran: Er gelingt ohne Kochen und schmeckt durchgezogen am allerbesten.
Warum du dieses Rezept lieben wirst
- In 20 Minuten ohne Kochen zubereitet
- Lässt sich perfekt vorbereiten – schmeckt durchgezogen am besten
- Die klassische Brotzeit für Biergarten & Vesper
Allergene
Je nach gewählter Wurst können weitere Zusatzstoffe enthalten sein – auf das Etikett achten.
Küchengeräte
Zutaten
Für den Salat
- 400 g Lyoner oder Stadtwurst (Brühwurst)
- 1 große rote Zwiebel
- 4 Gewürzgurken (Essiggurken)
- 150 g Emmentaler (optional, für Schweizer Art)
Für das Dressing
- 5 EL Branntweinessig
- 4 EL Sonnenblumenöl
- 2 EL Gurkenwasser (aus dem Glas)
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 Prise Zucker
- Salz & frisch gemahlener Pfeffer
- 1 Bund Schnittlauch
Zubereitung
Die Lyoner Wurst von der Pelle befreien und in sehr feine, gleichmäßige Streifen schneiden. Für die perfekte Textur sollten die Streifen nicht dicker als 3-4 mm sein.
Die roten Zwiebeln schälen und in hauchdünne Ringe schneiden. Die Essiggurken ebenfalls in feine Scheiben oder feine Streifen schneiden. Alles zusammen mit der Wurst in eine große Schüssel geben.
In einer kleinen Schüssel Pflanzenöl, Essig, süßen Senf, Salz und frisch gemahlenen Pfeffer zu einem homogenen Dressing verquirlen. Etwas Gurkenwasser für zusätzliche Säure untermischen. Das Dressing über den Wurstsalat geben, gut vermengen und vor dem Servieren mindestens 30 Minuten durchziehen lassen.
| Nährstoff | Pro Portion |
|---|---|
| Energie | 390 kcal |
| Fett | 32 g |
| ↳ davon gesättigte Fettsäuren | 11 g |
| Kohlenhydrate | 7 g |
| ↳ davon Zucker | 4 g |
| Ballaststoffe | 1,5 g |
| Eiweiß | 17 g |
| Salz | 2,6 g |
Tipps und Variationen
- Zwiebeln entschärfen: Sehr scharfe Zwiebeln vorher kurz mit etwas Salz und Essig durchkneten – das nimmt die Schärfe und macht sie bekömmlicher.
- Schweizer Art: Mit Emmentaler-Streifen wird aus dem Wurstsalat der beliebte „Schweizer Wurstsalat" – milder und noch sättigender.
- Am Vortag machen: Über Nacht im Kühlschrank zieht der Salat optimal durch – vor dem Servieren auf Zimmertemperatur bringen und abschmecken.
Aufbewahrung
Im Kühlschrank: Gut abgedeckt hält sich der Wurstsalat 2–3 Tage und schmeckt am zweiten Tag oft noch besser. Vor dem Servieren auf Zimmertemperatur bringen.
Im Sommer: Da kein Mayonnaise-Dressing verwendet wird, ist der Salat hitzeunempfindlicher als andere. Trotzdem bei über 25 °C nicht länger als 2 Stunden ungekühlt stehen lassen.
Einfrieren: Nicht geeignet – Zwiebeln und Gurken verlieren beim Auftauen Biss und Textur. Besser frisch zubereiten.
Vom Metzger in den Biergarten
Der Wurstsalat entstand als praktische Resteverwertung der Metzger: Brühwurst, die nicht mehr ganz frisch verkauft werden konnte, wurde in Streifen geschnitten und mit Essig und Öl „sauer" eingelegt. Aus dieser Sparsamkeit wurde im Lauf der Zeit ein Klassiker der bayerischen und schwäbischen Wirtshausküche.
Je nach Region und Wirtshaus variiert das Rezept: Mal kommt Emmentaler dazu („Schweizer Wurstsalat"), mal Radieschen oder Tomaten. Gemeinsam ist allen Varianten das klare, säurebetonte Dressing aus Essig und Öl – niemals Mayonnaise.
Heute gehört der Wurstsalat zu jeder zünftigen Brotzeit dazu. Klassisch wird er kühl bis zimmerwarm mit einer frischen Brezn serviert – im Biergarten zum Bier, daheim als schnelles Abendessen oder Mitbringsel fürs Buffet.
„Der wichtigste Schritt ist das Durchziehen. Macht den Wurstsalat ruhig ein bis zwei Stunden vorher – dann verbindet sich alles und die Zwiebeln verlieren ihre Schärfe. Und schneidet die Wurst wirklich dünn, das macht den Unterschied im Biss.“
Rezepte Kosmos Redaktion · Bayerische BrotzeitWarum das Durchziehen so wichtig ist
Beim Marinieren passiert mehr, als man denkt: Die Säure des Essigs dringt langsam in die Wurststreifen ein und macht sie zarter im Biss. Gleichzeitig entzieht das Salz den Zwiebeln durch Osmose Flüssigkeit – ihre Schärfe wird milder und sie werden bekömmlicher. Der Clou: Genau deshalb schmeckt ein durchgezogener Wurstsalat runder und harmonischer als ein frisch angemachter.
Die 4 häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest
Wurst zu dick geschnitten
Dicke Streifen nehmen das Dressing schlecht an und wirken gummig.
Lösung: Die Wurst mit einem scharfen Messer in möglichst dünne, gleichmäßige Streifen schneiden – am besten leicht angekühlt.Salat schmeckt fad
Zu wenig Säure oder nicht lange genug durchgezogen.
Lösung: Mit einem Schuss Essig und Gurkenwasser nachwürzen und dem Salat 1–2 Stunden Zeit zum Ziehen geben.
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